Max Pany

 

30.11.1931 - 29.8.2020

 

Als ich 1977 dem Philatelistenklub Merkur Innsbruck beitrat, fiel mir ein Mann auf, der kaum Briefmarken sehr wohl aber philatelistische Belege sammelte. Bei den Treffen hatte er auch immer „Philatelistisches“ dabei, das es Wert war, dass man es sich ansah, wovon ich zunehmend Gebrauch machte. Es stellte sich heraus, dass es Max Pany war, der Bäckermeister von Igls.

 

Für mich war das Sammeln von Belegen etwas Neues, das mich faszinierte. Max beteiligte sich bei philatelistischen Ausstellungen, wo ich seine Sammlungen kennenlernen und bei denen man viel Wissenswertes erfahren konnte. Sein Spezialgebiet war „Der I. Weltkrieg“ in all seinen Facetten, die er eindrucksvoll darstellen konnte.

 

Für mich war Max ein herausragender Tiroler Philatelist, der sich auch mit der Österreichischen / Tiroler Zeitgeschichte beschäftigt und informative Sammlungen zusammengetragen hat. Beeindruckend für mich war sein „Gespür“ für die auf Tauschtagen angebotenen Belege und wie er sie mit einer interessanten Geschichte beleben konnte. Es gelang ihm vortrefflich, einen Beleg ins richtige Licht zu rücken und seine Bedeutung klar zu machen. Für mich war erstaunlich, mit welcher Genauigkeit er recherchierte. Auf seine Ausführungen konnte man sich verlassen. Er öffnete mir in mancherlei Hinsicht die Augen und war mit dafür verantwortlich, dass auch ich das Thema „Zeitgeschichte“ mit großer Aufmerksamkeit betrachtete.

 

Während meiner Obmannschaft bei Merkur Innsbruck lernte ich Max als eine der Stützen im Verein zu schätzen. Immer wenn Not am Mann war, stellte er sich zur Verfügung und half wo immer man ihn brauchte. Bei Tauschtagen mietete er meist einen Tisch und bot Interessantes an. Max hatte unter Sammlern einen guten Ruf. Wenn man von ihm was kaufte, war es den Preis wert. Er war auch auskunftsfreudig, wenn man ihn darum gebeten hat.

 

In seinen letzten Lebensjahren besuchte ich Max mehrfach. Er litt zunehmend darunter, dass er seine Neuerwerbungen nicht mehr mit gutem Text versehen konnte, weil ihm die Arbeit am Computer Schwierigkeiten bereitete. Bei meinen Besuchen zeigte er mir mit viel Freude seine Sammlungen und hatte seinen Spaß, wenn ich Besonderheiten überblätterte und er mich veranlasste, wiederum zurückzublättern. Der Gedankenaustausch war für uns beide sehr wertvoll.

 

Für mich ist Max ein gutes Beispiel, dass man trotz zunehmender körperlicher Gebrechen geistig fit bleiben kann, wenn man sich mit Liebe und Freude seiner Familie und seinem Hobby widmet.

 

In stillem Gedenken

Dr. Hans Moser